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Brettspiel: Räuber der Nordsee

Brettspiel

Harte (höhö) Fakten:

  • Verlag: Schwerkraft-Verlag
  • Autor: Shem Phillips
  • Illustration: Mihajlo Dimitrievski
  • Grafikdesign & Layout: Shem Phillips
  • Spieleranzahl: 2 – 4
  • Altersempfehlung: Ab 14 Jahren
  • Spielzeit laut Verlag: 60 – 80 Minuten

Bei Räuber der Nordsee schlüpfen wir in die Rolle eines verwegenen Wikingers, der durch Plündern, Brandschatzen und dem Servieren des verdammt besten Fischbrötchens seinen Häuptling beeindrucken will! Das ist kein Zuckerschlecken! Hier wird hart gekämpft! Kein Platz für das Weichei Wickie! KRIEG!!! NO WOMEN ALLOWED!!!!! EHRE UND RUHM DURCH TOD…EGAL OB DER EIGENE ODER DER DER ANDEREN!!!!!!!!! RRRRRAAAAAAAahhhhh
Und das ganze machen wir ganz brav in einem Wörker-Pleyßment Spiel. Denn bevor man Aufbricht um TOD UND VERDERBEN ÜBER DIE NORDSEE ZU BRINGEN, muss man erstmal ’ne MANNschaftszusammenstellung und PROviant (keine Ahnung warum ich das Pro großgeschrieben habe) zusammenklauben.
Sobald man alles was fürs Plündern und Brandschatzen benötigt wird (Axt, Boot, Mannschaft, Nagelknipser) zusammen hat, zieht man los und überfällt wahlweise einen Hafen, Aussenposten, Kloster oder eine Festung und kehrt mit der Beute (Gold, Eisen oder Vieh) wieder Heim und kann sich dann entscheiden ob, und wenn ja, welchen der drei derzeitigen Wünsche des Häuptlings er befriedigt erfüllt. Richtig gelesen…der Häuptling (ich dachte immer, dass die Typen „Jarl“ heißen) hat drei Wünsche auf einmal…UND DAMALS GAB ES NOCH NICHT MAL KINDERÜBERRASCHUNG!!!

Das Spiel Im Detail

Die Vorbereitung:

Deckel abnehmen…Karton umdrehen…Ob der eigenen Blödheit Fluchen…den ganzen Kram zu einem Haufen zusammenschaben…
Ich hab das mal vorbereitet:

Und nun beginnt man das Spielbrett zu befüllen. Alles was geplündert werden kann bekommt (zufällig zugeteilte) Beute und Arbeiter. DENN: das ist der Kniff bei Räuber der Nordsee. Jeder Spieler hat immer und zu jeder Zeit einen Azubi Arbeiter zur Verfügung.

Jeder Spieler beginnt mit 2 Silber, einem schwarzen Arbeiter und 3 Handkarten (potenziellen Mannschaftsmitgliedern)

Der Spielverlauf:

Getreu dem damaligen Wikingerleben (fahr wo hin und hau mit der Axt drauf) ist auch die Spielmechanik nicht besonders kompliziert (setze Arbeiter ein, führe die Aktion aus, nimm anderen Arbeiter von anderem Aktionsfeld, führe die Aktion aus). Die Anzahl der verfügbaren Aktionsfelder ist dabei ebenfalls überschaubar. Man kann Karten (Mannschaftsmitglieder) nachziehen, Karten ausspielen, Proviant besorgen, Geld besorgen, bessere Waffen schmieden und die Aufträge vom Häuptling erfüllen.
Oder man geht Plündern. Es gibt insgesamt 23  plünderbare Orte auf dem Spielbrett und jedes hat eigene Anforderungen, die man erfüllen muss (eine bestimmte Anzahl an Mannschaftsmitgliedern, die Menge des Proviants und vorhandenes Gold).
Sowohl fürs Plündern als auch für die Erfüllung der Häuptlingswünsche gibt es Siegpunkte (beim Plündern hängt die Höhe der Siegpunkte von der Höhe der Mannschaftsstärke ab)…der mit den meisten Siegpunkten am Ende gewinnt das Spiel…wer hätte das gedacht…

Da das Wikingerleben damals aber nicht nur aus Met Saufen bestand, ist es auch ab und zu mal vorgekommen, dass ein Krieger sein Leben auf dem Schlachtfeld liess. Passiert in diesem Spiel auch, und zwar in Form von Walküren (die schwarzen Steine). Wenn welche bei der Beute dabei sind, sterben so viele Mannschaftsmitglieder wie man schwarze Steine im Beutefeld hat. Der oder die Mannschaftsmitglieder, die sterben, werden einfach abgeworfen auf dem Schlachtfeld liegen gelassen. Es reicht schliesslich wenn man daheim Helga, Hamlet, Honi und Snert von dem tragischen Verlust berichtet. Zwar ist es im ersten Moment schon scheisse einen  Krieger zu verlieren, allerdings bietet sich so auch die Gelegenheit weitere Siegpunkte zu machen. Pro schwarzen Stein den man beim Plündern bekommt, wandert der eigene Marker eine Stufe weiter auf der schwarzen Punkteleiste. Und je höher man auf dieser Leiste kommt, desto  mehr Punkte warten am Ende auf einen.

Die rote Leiste zeigt die Stärke an (wenn man so will, die Qualität der Waffen, mit denen man seine Mannschaft ausrüstet). Auch hier sind ein paar Siegpunkte zu holen, wenn man weit genug fortgeschritten ist.

Arbeiter gibt es in drei Qualitätsstufen: schwarz, grau und weiß und um Plündern zu können muss man den jeweils geforderten Qualitätsgrad zur Verfügung haben.

Die meisten Mannschaftsmitglieder haben einen Effekt, der gilt, wenn sie ausliegen (also angeheuert sind) und einen Effekt der genutzt werden kann solange man sie noch auf der Hand hält.

…was gibts sonst noch…

…ich glaube, das war es sogar schon…

So könnte eine Mannschaft aussehen
Die Plündermöglichkeiten werden weniger…

Das Spiel endet wenn eine von drei Bedingungen eintritt:
– Es ist nur noch eine Festung plünderbar
– Der Häuptling hat ALLE seine Wünsche erfüllt bekommen
– Es gibt keine Walküren (schwarzen Steine) mehr auf dem Spielbrett

Eine der Endbedingungen: Es ist nur noch eine Festung zum Plündern da

Meine unqualifizierte Meinung:

Räuber der Nordsee ist ein spaßiges Worker Placement Spiel mit einem witzigen Kniff. Man hat immer nur einen Arbeiter zur Verfügung, kann aber trotzdem zwei Aktionen machen und durch die verschiedenen Wertigkeiten der Arbeiter ergeben sich manchmal kleine Dilemmatatata…
Bei diesem Spiel handelt es sich nicht unbedingt um ein echtes Schwergewicht aber es ist immernoch tiefgreifend genug um spannend zu sein. Der Glücksfaktor wurde auf ein absolutes Minimum runtergeschraubt und die Optik (besonders die der Mannschaftsmitglieder) kann sich sehen lassen.
Neben dem Worker Placement Faktor kommt hier ein bisschen Wettlauf Feeling auf. Wer bekommt zuerst die Mannschaft und den Proviant voll um einen besonders lukrativen Ort zu plündern? Denn im Gegensatz zu seiner Omma, kann man hier jeden Ort nur einmal plündern!
Und auch das Hinwegsterben der eigenen Mannschaft durch Walküren will gut überlegt und eventuell sogar wohlwollend hingenommen sein, da jedes verstorbende Mannschaftsmitglied am Spielende doch zusätzliche Punkte verspricht.

Separat erhältlich sind die Münzen aus Metall. Sehen gut aus, fühlen sich gut an und machen erfreulich mehr Schaden wenn man sie den Mitspielern an den Kopf wirft.
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