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Unpopular Opinion: FSK 6 für Das Mädchen und ihr Roboter

Unpopular Opinion

Ich habe soeben auf Netflix den Film „Das Mädchen und ihr Roboter – Die nächste Generation“ gesehen.

Ein Animationsfilm, der in einer doch recht fern erscheinenen Zukunft spielt. Eine Mischung aus Baymax und I, Robot.
Jeder Haushalt hat also einen kleinen Roboter, der mit Rat und Tat zur Stelle ist. Die Firma, die die Roboter herstellt, bringt nun die neue Generation raus…schicker, zuverlässiger, mehr Features usw. usf.
Soweit die Prämisse…Wir lernen dann die Protagonistin Mai kennen…typischer Teenager Aussenseiter…und ihre Mutter…typische alleinerziehende Mutter, die mit der Situation dermassen überfordert ist, dass sie sich in die Technologie flüchtet.
BlaBlaBla…typische Dialoge in denen Mutter und Tochter aneinander vorbeireden…BlaBlaBla…und dann trifft Mai auf einen Roboter, der noch in der Entwicklung ist…ein anderes Modell als die neu angekündigten IPhones Roboter.
Um es kurz zu machen: Roboter läuft Mädchen hinterher, Mädchen setzt seine Zerstörungskraft für ihre Teenagerwut ein…Grosse Bedrohung wird offensichtlich…der böse Antagonist gibt sich zu erkennen…Mädchen und Roboter sind die einzigen, die die bösen Pläne noch verhindern können…Den Sieg gibt es nur durch Aufopferung eines Protagonisten…klappt gerade so…HAPPY FUCKING END.

Ich will hier garnicht gross auf die Story eingehen…Der Film ist eine Mischung aus Baymax und I, Robot…wirklich. Wer diese beiden Filme gesehen hat, wird während „Das Mädchen und ihr Roboter – Die nächste Generation“ (Schöner, kurzer, griffiger Titel…) nicht überrascht.
Den Antagonisten erkennt man, sobald er das erste mal auftritt…Seine Motivation…ist schwammig (aber im Grunde dieselbe wie in I, Robot)…der ganze verdammte Film ist eigentlich I, Robot…

Worauf ich in diesem Text eingehen möchte, ist die Altersfreigabe für diesen Film: FSK 6!
Diese Entscheidung seitens der „Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft“ hat mich dann doch FASSUNGSLOS ZURÜCKGELASSEN überrascht.
Klar, im ersten Moment wäre es seltsam gewesen, wenn der Film höher eingestuft worden wäre. Es ist schliesslich ein Animationsfilm…und ganz nüchtern betrachtet ist der Kill Count in „Die Unglaublichen“ höher…und der Film ist auch schon ab 6 freigegeben.

Was mich dabei irgendwie frustriert, ist, dass Animations- und Zeichentrickfilme ziemlich tolerant bewertet werden…Sobald z.B. „Disney“ oder „Pixar“ drauf steht, sind die Filme automatisch ab 0 oder 6…Das ist zwar schön für die Firmen, aber irgendwie doch ein bisschen blöd für die Eltern, die den Job als Eltern irgendwie ernst nehmen.
Natürlich haben alle diese Filme lustige Momente/Figuren…hilft halt für die Alterseinstufung…doch haben viele dieser Filme auch richtig schwere bzw. ernste Themen im Gepäck (Als Beweis seien an dieser Stelle die ersten zehn Minuten von Pixars „Oben“ angeführt).

Aber sowas scheint bei der Altersfreigabe für Zeichentrick-/Animationsfilme keine Rolle zu spielen.
Kleines Beispiel gefällig?
Die ersten vier Werner Filme sind alle ab sechs freigegeben…WERNER…AB SECHS!!!…Bier trinkende Rowdies (Im Fall von Dieter sogar sehr reizbar und stellenweise gewalttätig…)
Ich persönlich würde keinen 6 bis 7 – Jährigen diese Filme sehen lassen.
Nächstes Beispiel:
Pocahontas, Mulan und Der Glöckner von Notre Dame…alle ab 6 freigegeben…alle haben einen ordentlichen grad an Gewalttätigkeit…Mulan tötet ein ganzes Heer Hunnen, Bei Pocahontas ziehen die Indianer in den Krieg mit den Besatzern und der Glöckner hat mit religiösem Fanatismus/Fremdenfeindlichkeit usw. zu kämpfen…
SPAß FÜR DIE GANZE FAMILIE!

Versteht mich jetzt bloß nicht falsch… alle von mir genannten Beispiele sind fantastische Filme!
…aber ich würde keinen von den genannten einem 6 -Jährigen zeigen!

Um wieder zum (eigentlichen) Thema zurück zu kommen…Das Mädchen und ihr Roboter…ab sechs freigegeben…
Dieser Film ist doch überraschend brutal! Da werden andere Roboter zer sä belt…bei dem ersten Transformers ist das auch passiert…da gab’s eine Freigabe ab 12…und ein Kumpel, der Vater ist, sagte damals zu mir, dass er seine Kinder den Film nicht sehen lässt, aufgrund der Brutalität.
Und in „Das Mädchen und ihr Roboter“ hat diese Brutalität nochmals eine andere Qualität…man sieht nämlich deutlich, dass der Hauptroboter mit diesen Methoden nicht einverstanden ist und es nur macht, weil Mai es ihm „befiehlt“.
Hinzu kommt, dass einige andere schwere Themen aufkommen: zum Beispiel Mobbing…und die Lösung von Mai ist in diesem Film für dieses Problem: Gewalt! Auge um Auge, Zahn um Zahn!
Gewalt ist zwar geil, aber als Konfliktlösung doch irgendwie schwer vertretbar.
Und natürllich hat der Vater die Mutter und das Kind verlassen…(könnte schon fast sexismus sein…schliesslich verlassen IMMER die Männer die Familien…)

Nun geht’s den meisten Eltern ähnlich:
…arbeiten gehen…dann noch kochen…den Haushalt halbwegs sauber halten…das Kind bei den Tücken des Alltags unterstützen ( Hausaufgaben machen, die real life Sesamstraße sein, Zähneputzen, Kleidung nähen usw.)
Und so ein Tag hat leider maximal 24 Stunden…dann und wann kann man sich ein bisschen FreiZeit erschleichen, indem man das Kind einen Film sehen lässt.
Und dank der FSK muss man nur auf die Zahl achten, die auf dem Cover aufgedruckt ist…

Nur leider kann man das nicht…
Man muss sich doch alles selber ansehen um ganz sicher zu sein…
Und damit sind die 24 Stunden pro Tag dann auch ganz sicher vorbei…

LIEBE FSK…bitte…BITTE!
nimm deinen Job etwas ernster!
…wobei…
Ich werde wohl nie aufhören, die Kontrollinstanz zu kontrollieren…
…alles muss man selber machen…
Kacke…

 

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